4 Projekt-Ideen zum „wiederentdeckten Hörer“

Erst die Theorie, dann die Praxis. Tag 2 der Tutzinger Radiotage begann klassisch mit Referentenvorträgen. Die Themen: Wahlenberichterstattung, Heimat und die Wiederentdeckung des Hörers. Letzteres offensichtlich ein attraktives Thema für Radioleute, denn ein Großteil der Teilnehmer wollte unter der Leitung von

jan eggers Jan Eggers (HR) und dominik born Dominik Born (diy.fm)

„den Hörer“ wiederentdecken.

Das erste Kommando der Workshopleiter sorgte jedoch zunächst für allgemeines Murren. Denn es wurde abgezählt: „1, 2, 1, 2 …“

Ein Rollenspiel: Gruppe 1 schlüpft in die Rolle von Radionutzern, Gruppe 2 verblieb auf der Seite der Macher. Aufgabe: Neue Radiokonzepte entwickeln. Um den Anreiz zu erhöhen, verspricht der schweizerische Internetradiopionier Marcel Bauer (icpag.ch) das vielversprechendste Konzept über Nacht „anzuentwickeln“. 45 Minuten Zeit und los:

Natürlich verabschiedet sich keiner in die Sonne. Das Angebot einmal zwangfrei kreativ sein zu können,  fasziniert alle Radiomacher und setzt erstaunliche Energien frei. Fast mühelos entwickeln vier Gruppen an diesem Nachmittag ihr Traumradio:

1. Kultour to go. (Neues) Radio kommt nicht aus, ohne neue Medien. Folgerichtig wird eine Radio-App ersonnen. Kultour to go nimmt sich der Zielgruppe der wandernden Kulturinteressierten an.  Der schweizerische Techniker, Marcel Baur (diy.fm) urteilt: „Machbar, eigentlich Routine, solange ihr euch um den Inhalt kümmert, das wird nämlich aufwendig.“

schweizerTechniker

2. Longhorn.fm. Neue Fahrt neues Glück, die Konkurrenz entwickelt den Sender für Brummi-Stan und seine Uschi. Der Sender spielt Country und kann Internet. Verweigert aber jede Verantwortung für smartphonebedingte Unfälle oder Eifersuchtsanfälle. Trotz bestechender Präsentation, den Sieg hat Longhorn.fm knapp verpasst.

Longhorn FM Trailer anhören

Michael Westerhoff Longhorn FM

3. A/C Adult Contemporary. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass hier Radiomacher Radio machen sollen? Markt man?! Na dann weiter mit dem besten Mix … oder doch nicht, denn genau das Gegenteil ergibt sich, bei näherem Hinsehen aus der textlastigen Präsentation:

Ergebnis ACAC

4. Mooder. Soll ein junges Radio im Spannungsfeld zwischen „Action“ und „Chillen“, sowie „Info“ und „Musik“ werden. Die Zielgruppe: weibliche Teenager. Was erstaunlich ist, da das Programm von Männern, im Durchschnitt über 30, erdacht wurde. Aber wo bitte steht geschrieben, dass Macher und Nutzer immer zueinander passen müssen?

Mooder

Primus inter pares und der Gewinner des Tutzinger Radiopotts in Gold wurde schließlich das stimmungsabhängige Männerradio für junge Frauen, schnell verhohnepipelt als „deine Mooder„.

MooderPunkte kleben

Marcel Baur (diy.fm) bastelte, wie versprochen über Nacht und in den frühen Morgenstunden die Designstudie, nicht ganz ohne Hindernisse, verrät die Timeline.

timetableBaur     mooder entwurf2

 

 

 

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