Der wiederentdeckte Hörer — 12 Hashtags, 12 Antworten

„Der wiederentdeckte Hörer – Wie Hörfunk auch ganz individuell funktionieren könnte“. Moderatorin und Autorin Sandra Müller hat Jan Eggers vom Hessischen Rundfunk und Dominik Zorn von tpc-technology and production center switzerland ag gebeten, positive Beispiele aus ihrer Praxis vorzustellen. Es fielen Schlagworte wie Community, Individualisierung und Inhalte. Diese und weitere Begriffe nahmen wir zum Anlass, ein Hashtag-Interview mit den Dreien zu führen. Jeder bekam vier Hashtags, also vier Schlagworte vorgesetzt und sollte dazu etwas assoziieren. Die Interviews der etwas anderen Art findet ihr hier.

jan eggers

Jan Eggers
#Community
Die Community besteht aus Leuten, die gemeinsam etwas erleben wollen. Sie können sich selbst organisieren, das haben wir gelernt. Was wir auch erfahren mussten: Wir Journalisten müssen zur Gemeinschaft und können nicht erwarten, dass sie automatisch zu uns kommen. Communities sind das stärkstes Mittel von uns, die Menschen an uns zu binden.
#Glaubwürdigkeit
…ist das oberste Gebot. Früher war die Transparenz niedriger, aber die Glaubwürdigkeit höher. Heute ist nur der glaubwürdig, der in keine Rolle schlüpft. Die Glaubwürdigkeit wird steigen, wenn Journalisten sich als Menschen präsentieren.
#Unterhaltung
Auch Information hat etwas mit Unterhaltung zu tun. Zuhörer zu verführen geht mit dem Rahmen Unterhaltung effektiver.
#tura20
Findet hoffentlich noch am Starnberger See statt. Meine These: Die Tutzinger Radiotage 2020 werden sich nicht wesentlich von den Tutzinger Radiotagen 2013 unterscheiden.

dominik born

Dominik Born
#Regulierung
…kann wichtig sein, ist aber nicht immer notwendig.
#Individualisierung
…ist das Ding! Das Fernsehen wird diese Entwicklung noch stärker zu spüren bekommen wie das Radio.
#Benutzerfreundlichkeit
Sie geht bei der angestrebten Schnelligkeit manchmal unter, wie wir selbst erfahren mussten. Dabei ist Usability sehr wichtig. Man darf nie zu lange auf der Stelle stehen bleiben, sich stattdessen immer weiterentwickeln, benutzerfreundlichere Anwendungen schaffen.
#tura20
So lange das Geld da ist, wird es die Tutzinger Radiotage auch weiterhin geben. Besonders der Austausch ist dort wichtig. Aber es bleibt die Frage: Was passiert nach den Radiotagen? Was ist der Output? 2020 sind wir alte Hasen. Ich habe die Hoffnung, dass wir alle immer noch so offen sein werden für Neues wie in diesem Jahr.

sandra müller

Sandra Müller
#Experimentierfreude
…ist unbedingt nötig, gibt es viel zu wenig. Radiomacher brauchen eindeutig mehr davon. Do it!
#Potential
Radio ist nah und emotional – wie Social Media. Das Potential von Radio ist riesengroß – größer als von Zeitung & Fernsehen.
#Inhalte
…müssen endlich wieder kommen. Musikabspielen können andere besser und individualisierter. Inhalte über Musik allerdings haben Zukunft. Wort, wenn überall auffindbar, ist einfach super für uns.
#tura20
So weit habe ich noch nicht vorausgedacht. Es gibt keinen Grund, die Radiotage abzuschaffen, das wäre sonst wirklich bitter. Mein Wunsch: ein mobileres, individuelleres Radio. Alles, was Audio und hörbare Inhalte sind, ist Radio – egal, in welcher Form. Ich habe leider die Befürchtung, dass wir noch nicht ganz so weit sind, dass das, was ich mir wünsche, 2020 wahr werden wird.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.