Überleben in der Nische: Podcasting 2.0

„Es ist nicht alles schlecht im Journalismus.“ Bewusst setzten die Macher der Radiotage den Ausblick nach vorn nach den Vortrag von Herr Pöppelmann der über den Arbeitsmarkt der Hörfunkjournalisten sprach. Als erstes von drei Beispielen wie man trotz der schlechten Zahlen und des vielen Sparens in Nischen überleben kann (sogar ganz gut leben kann) stellte Timo Hetzel sein Projekt Bits und so vor.

Bits und so ist ein Podcastprojekt das wöchentlich erscheint und dabei 2-3 Stunden über aktuelle Netzthemen berichtet. Neben dem klassischen Audiopodcast der kostenlos zum Download bereit steht bietet das Multimediaprojekt aber noch mehr: Bits und so plus gibt dem Hörer die Möglichkeit für einen geringen Monatsbeitrag die aktuelle Sendung jederzeit nachzuhören – auch wenn sie im Podcastfeed noch nicht zur Verfügung steht. Über das hinaus bekommen „Plushörer“ exklusiven Content wie eine Pre- und Postshow zu hören oder haben die Möglichkeit über eine iPad-App die Talkrunde per Video zu verfolgen. Auf diesem Weg erreicht Hetzel Hörer im Umfang eines „mittleren Fußballstadion“ was durchaus der Reichweite eines mittleren Lokalradios entspricht.

Die Zukunft gehört dem Netz

Für Hetzel ist klar: Das Internet ist der Verbreitungsweg der Zukunft und ermöglicht eine viel genauere Ansprache der jeweiligen Zielgruppen. Und gerade in diesen Nischen sind Hörer durchaus bereit Geld für Multimediainhalte auszugeben. Gerade im Bereich des Videos möchte Bits und so noch wachsen. Auch wird überlegt wie die Nutzer, bei einem Produkt das nicht live ist, mehr miteinander kommunizieren kennen. Diese Ansätze zeigen, dass hier die die klassischen Grenzen von Podcasts ausgeweitet werden. Zur 300. Sendung gab es eine Liveshow in München die über 500 Hörer aus dem ganzen Bundesgebiet zusammenbrachte.

Bits und so zeigt: Radio kann auch ganz anders aussehen und trotz dessen viele Menschen erreichen. Ein Nischenbeispiel das Mut machen kann neue Wege in den Übertragungswegen und der Finanzierung zu gehen.

Timo Hetzel zur Zukunft des Radios

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