Alexa und die Welt der Sprachassistenten

Sprachassistenten wie Alexa stehen immer öfter in unseren Wohnungen. Häufig wird mit diesen Geräten auch das Radio an neuen Orten entdeckt, und Radiosender können sich dem Hörer neu präsentieren. Was alles in diesen Sprachassistenten steckt, haben Teilnehmer der Tutzinger Radiotage 2018 im Alexa–Workshop gelernt.

Was ist Alexa & Co?

Sprachassistenten wie Alexa von Amazon gibt es inzwischen von allen großen IT-Unternehmen, auch Apple, Google oder Microsoft haben diese Gerätekategorie im Angebot. Die Sprachassistenten sind kleine Boxen mit Lautsprecher, meist mehreren Mikrofonen, um Befehle gut aufnehmen zu können, und einer kleinen Recheneinheit für einfache Aufgaben.

Wirklich nützlich werden die Sprachassistenten allerdings erst, wenn sie mit dem Internet verbunden sind und mit den großen Datenbanken und den leistungsstarken Rechnern der Hersteller verbunden werden.

 

Von der Frage zur Antwort

Erst auf den Servern der jeweiligen Hersteller werden die Sprachbefehle der Nutzer analysiert und zur weiteren Bearbeitung in maschinenlesbaren Text transkribiert. Jetzt können die Befehle von Programmen verstanden werden und ausgeführt bzw. beantwortet werden. Ist die Antwort gefunden und formuliert, wird sie mittels Sprachsynthese in hörbare Worte verwandelt und kann so vom Sprachassistenten abgespielt werden.

Ein Sprachassistent kann durch diese Technik also komplett ohne händische Interaktionen bedient werden, die Qualität und die “Intelligenz” des Assistenten steht und fällt allerdings mit der Stimmanalyse und der Berechnung der richtigen Antworten. Genau hier wurde im Workshop angesetzt und für den Sprachassistenten Alexa von Amazon ein “Skill” erstellt: ein kleines Programm, das den Sprachassistenten mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstattet.

Im Workshop wurde passend zu den Tutzinger Radiotagen ein Radiotage-Skill erstellt, mit dem Alexa zum Beispiel die Frage nach der Wassertemperatur im Starnberger See beantworten kann.

 

Technik und Sprachsynthese

Noch vor wenigen Jahren mussten wir bei Supportanfragen mit teils schrecklichen künstlichen Computerstimmen klar kommen. Aktuell gibt es bei dieser Sprachsynthese, also der künstlichen Simulation von Sprache, enorme Fortschritte. Auch deshalb werden Sprachassistenten immer beliebter, weil es nicht mehr nach einem Roboter hinter dem Lautsprecher klingt, sondern nach einer angenehmen Stimme, der wir vielleicht bald schon gerne zuhören.

 

Google zeigt, was Computerstimmen bereits können

Aktuelle Entwicklungsfortschritte wurden zum Beispiel bei einer Präsentation von Google gezeigt. Der Sprachassistent schafft es bereits, selbständig einen Tisch im Restaurant zu bestellen, und es ist für den Zuhörer schwierig zu unterscheiden, welche Stimme künstlich und welche echt ist. Um sich selbst einen Eindruck zu machen, bietet Google einen sehr einfachen Zugriff auf ihren Sprachsimulator im Browser an, den jeder mit eigenem Text füttern und testen kann.

 

Sprachassistenten im Alltag – was geht schon heute?

Eine schöne und gut verständliche Stimmsimulation bietet in der Kommunikation mit Maschinen ganz neue Möglichkeiten. Erst seit die “Computerstimmen” freundlich, flüssig und erträglich sind und vor allem auch die menschliche Sprache immer besser von Computern verstanden wird, macht eine Interaktion mit dem Sprachassistenten auch wirklich Spaß.

Seit Sprachassistenten im Alltag angekommen sind und eine immer breitere Masse sie auch nutzt, versuchen auch immer mehr Unternehmen über Sprachassistenten in Kontakt zum Kunden zu kommen. So bekommen Sprachassistenten immer mehr Fähigkeiten und können neben der Lichtsteuerung in der Wohnung, dem Einkaufen im Onlineshop auch Musik suchen und abspielen oder auch den gewünschten Radiosender spielen. Neben einem Timer oder Radiowecker können auch anstehende Kalendereinträge abgefragt werden oder eine kurze Newszusammenstellung angehört werden.

 

Bedenken und Privatsphäre

Natürlich muss bei einem Sprachassistenten ein Mikrofon dauerhaft eingeschaltet sein, um keine Anfrage zu verpassen. Die Sprachassistenten funktionieren jedoch laut Hersteller so, dass Codewörter wie “Alexa” oder “Computer” bereits lokal auf dem Gerät erkannt werden und erst nach diesem Codewort tatsächlich “mitgehört” wird.

Überprüfen kann diesen Vorgang aktuell aber nur das Unternehmen selbst, da es sich nicht in die Karten schauen lässt. Fällt das Codewort allerdings zufällig oder wird nach dem Codewort plötzlich etwas anderes gesprochen, landen diese Informationen beim Hersteller und manchmal auch bei Dritten, die zusätzliche Skills für den Sprachassistenten bereitstellen.

 

Zukunftsideen für das Radio

Die Entwicklung dieser Sprachassistenten steht noch am Anfang und wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verbessern. Vor allem durch die Entwicklung weiterer Fähigkeiten können noch viele zusätzliche Funktionen hinzu kommen.

Während des Workshops sind weitere Ideen speziell für eine neue Interaktion mit Radiosendern entstanden. Hörer könnten in Zukunft per Sprache einzelne Musiktitel des Programms überspringen, zusätzliche Informationen zu Musik erfragen oder bei Nachrichten nach weiterführenden Informationen verlangen.

Denkbar erscheinen auch direkte Interaktionen mit Hörern, zum Beispiel durch interaktive Umfragen, bei denen die Hörer ihre Antwort direkt dem Sprachassistenten zurufen können und somit erfasst werden, Gewinnspiele bei denen Zuhörer mit einem kurzen “Ja, bitte!?” teilnehmen können oder Meinungen, die vom Moderator erfragt werden und dann per Spracheingabe direkt zum Moderator zurück geschickt und dort verwertet werden können. Es gibt also viele interessante Kombinationen, die auch den Radioalltag verändern könnten.

 

Ergebnisse aus dem Workshop

Dank der guten technischen Unterstützung von Workshopleiter Tobias Block konnten die Teilnehmer an nur einem Tag einen funktionierenden Alexa-Skill erstellen und in der Workshop-Präsentation vorführen. Alexa wurde so die Fähigkeit gegeben, zum Beispiel den letzten Tweet zu den Tutzinger Radiotagen vorzulesen oder die Teilnehmer noch einmal daran zu erinnern, dass es auch im September noch nicht zu spät ist, in den Starnberger See zu springen.

Lisa-Marie Zauner @schrammschramm und Tobias Block @tobiasblock haben durch den Workshop bei den Tutzinger Radiotagen 2018 geführt.

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